Dienstag, 27. Dezember 2011

CCTV news und Respekt in China


Kaum in China angekommen höre und sehe ich wieder spannendes: CCTV News ist ein englischsprachiger Kanal des staatlichen chinesischen Fernsehsenders CCTV. Nicht nur dass die Journalisten, drei viertel davon Chinesen, hochprofessionell in gutem, fast akzentfreien Englisch berichten, darüber hinaus ist die Berichterstattung sehr umfassend. So folgt zum Beispiel auf die neusten Entwicklungen um den Euro-Stabilitätspakt und Englands Meinung zu einem neuen Vertragswerk innerhalb der EU eine ausführliche Reportage über den EU-Beitritt Kroatiens. Zu einem hochrangigen Militäraustausch zwischen Indien und China kurz nach massivem Säbelrasseln an einer umstrittenen Grenze werden sowohl Indische wie auch Chinesische Militär- und Diplomatieexperten interviewt.

Richtig spannend wurde es aber nach der 40 minütigen Nachrichtensendung als die Sendung „Crossroads“ begann. Ein Moderator und zwei geladene Gäste sprachen über ein heisses Eisen aus der Microblogger-Szene. Im chinesischen Internet wird zur Zeit offenbar folgende Geschichte heiss diskutiert: Ein Assistenzprofessor von einer pekinger Uni wurde zu einem Gastvortrag an eine andere Uni in Peking eingeladen. Am Eingangstor erlaubte ihm der Wärter dann nicht, mit seinem Auto auf Campus zu fahren, da er keine entsprechende Bewilligung hatte. Der Assistenzprofessor twittert darauf (resp. microblogt im chinesischen Equivalent zu Twitter) was für ein unmöglicher Mensch dieser Wärter doch sei und was dieses Rumreiten auf dummen Regeln denn soll. Der Unterton offenbar klar überheblich gegenüber einem ungebildeten „Türsteher“.

Was dann passiert ist wirklich spannend: Studenten meinen, der Professor hätte ja zu fuss kommen können, oder aber durch ein anderes Tor fahren (was offenbar erlaubt wäre ohne Bewilligung). Andere kommentieren, der Prof solle sich nicht beschweren darüber, dass er im Schnee aus dem Auto steigen musste, schliesslich stehe der Wärter ja den ganzen Tag im Schnee. Die Uni-Leitung steigt in die Geschichte ein und kommuniziert, dass der Wärter ein geschätzter Angestellter der Uni sei und korrekt nach Vorschrift gehandelt habe. Und das Beste: Der Prof welcher sich beschwerte, dass ein Wärter keine Ausnahme macht für einen wichtigen geladenen Gast wie er, ist ein JUS-Professor. Kommentar auf CCTV: Er müsste doch wissen, dass die Gesetze für alle gelten müssen.

Ein zweiter spannender Kommentar zum letzten Punkt von einem der geladenen Gäste, einem Journalisten: Wenn man einmal Privilegien hat, gibt man sie nicht gerne her. Es ist immer einfach als Drittperson zu kritisieren. Aber er selber, der Journalist, habe auch schon erlebt, wie er mit einer Pressedelegation von 20 Polizeiautos eskortiert worden sei. Im Stillen habe er auch kritisiert, dass es eine Verschwendung von Staatsresourcen sei, aber ehrlich müsse er sagen, dass man sich schon wichtig fühlt und geehrt vorkommt, wenn man so eskortiert wird. Letzter Punkt finde ich besonders spannend, weil ein westlicher Journalist sich wohl eher überwacht denn geehrt fühlen würde.

Kurz, CCTV News möchte sich global ausdehnen, als Ergänzung zu CNN, BBC, Al Jazeera und Russia Today. So wie das Program im Moment aussieht, haben sie gute Chancen ernst genommen zu werden. Reinschauen lohnt sich.

Dienstag, 1. November 2011

Über die Werbung


Ich staunte nicht schlecht als ich auf der Ketchup-Flasche las: “A heart-healthy diet begins with a generous serving of ketchup in the morning”. Das war vor drei Jahren. Aber es hat sich in dem Bezug nicht viel geändert. Da wäre zum Beispiel die „Gesundheitsabteilung“ im Supermarkt wo Produkte für eine gesunde Ernährung angeboten werden: Wie wäre es mit Kellog’s Cornflakes? Zugegeben, die Cornflakes selber enthalten keinen Zucker, aber wie werden sie gegessen? In Milch und Zucker. Und selbst ohne Milch und Zucker sind sie nichts als völlig nährstoffarme Kohlenhydrate, die wohl kaum als gesund gelten können.

Doch man muss ja nicht gleich lügen, um Nahrung auf komische Art zu verkaufen. Wie wäre es mit Freilandeiern, die nicht datiert sind? Gekocht sind sie Glückssache: manche wirken ganz frisch und lassen sich auch dementsprechend gut schälen, andere haben eine ganz komische Konsistenz und das Eiweiss klebt förmlich an der Schale, wenn man die Eier zu schälen versucht. Und zwar Eier die aus der gleichen Schachtel kommen. Normalerweise würde ich ja die Marke wechseln, aber es sind die einzigen Freilandeier, zudem bedeutet mir der Satz „no hormones“ bei Eiern relativ viel.

Ebenfalls schön finde ich das Starkbier, welches zwar betont wie stark es sei, aber auf der Flasche steht nirgends, wie viel Volumenprozent Alkohol denn tatsächlich drin ist.

Kurz, hier wird den Grosskonzernen vieles erlaubt, was bei uns verboten wäre. Ganz bösartig sind die subtilen Werbungen, die mit dem philippinischen Minderwertigkeitskomplex gegenüber Europäern (die sie meist für Amerikaner halten) spielen. Als Beispiel diene die Nestlé Babymilch Werbung, wo eine weisse Mutter ihr weisses Baby mit Ersatznahrung füttert und so in etwa „Babynahrung, für rundum gesunde Babies“ auf dem Plakat steht. Nun muss man wissen, dass die Philippinos nach 300 Jahren spanischer Besatzung den Weiss-Kult völlig verinnerlicht haben. In Unmengen reiben sich vor allem Frauen sogenannte „whitening soap“ auf die Haut, von der ich gar nicht wissen will, was für Chemikalien sie der Haut alles zumutet. Wenn nun ein Plakat suggeriert, im Westen füttere man die Babies nur mit Ersatznahrung, oder gar, Ersatznahrung führe zu hellerer Haut, so grenzt das an ein Verbrechen an der Gesundheit der Babies.

Ganz allgemein im Bezug auf Werbung gibt es in den Philippinen nur ein Verkaufsargument: Preis. Alles ist immer am günstigsten. Gemäss Marketing-Theorie können Firmen sich über tieferen Preis oder „Differenzierung“ (also bessere Qualität, höhere Verfügbarkeit, etc.) von der Konkurrenz absetzen. Hier scheint es nur den Weg über den Preis zu geben. Selbst Luxusartikel verkaufen sich als „vergleichsweise günstig“.

Werbung gibt es in einem geradezu lächerlichen Ausmass. Ich habe noch nie so viel Werbung so dicht gedrängt gesehen wie hier in Manila. Was komisch ist, da Manila ja eines der tiefsten Pro-Kopf-Einkommen von allen Städten, die ich je besucht habe (und das sind viele), hat. Die mangelnde Kaufkraft der Einwohner soll wohl mit erhöhter Werbung wettgemacht werden. Das geht soweit, dass in der Hochbahn (sowas wie eine U-Bahn über Grund, von der es 3 völlig überlastete Linien gibt in Manila) am morgen akustische Werbung die Nerven der Bahnfahrer strapaziert: ein quengelndes Baby dröhnt aus den Lautsprechern und nach etwa 30 Sekunden kommt eine Stimme die sagt: „This babylaughter was brought to you by Energizer“. Ich werde nie wieder Energizer Batterien kaufen, wenn ich es irgendwie verhindern kann. Oder wie wäre es mit einer Radioeinschaltung wo der Moderator sagt: „es ist 8:30. Diese Zeitdurchsage wurde präsentiert von McDonalds. McDonalds zu jeder Zeit genau richtig“…

Grundsätzlich gibt es drei Typen von Werbung: Gesundheitszerstörer (Bier, Schnaps, Pizza, Fast-Food), Medikamente, Kreditanbieter und Jesus. Es wirkt fast wie ein Kreislauf: Zuerst zerstören sich die Leute ihre Gesundheit mit schrecklicher Ernährung (das Ausmass an Übergewicht steht den USA in fast nichts nach trotz viel tieferem Durchschnittseinkommen), dann brauchen sie Medikamente, welche die Nieren und Lebern noch weiter zerstören, und schiesslich enden sie in der Schuldenfalle worauf ihnen nur noch ein Wunder helfen kann.

Kapitalismus und Kirche, dass ist das System der Philippinen. Hier ist mein bester Beweis, dass „Freiheit und Demokratie“ nicht glücklich machen. Von der himmelschreienden Korruption in diesem Land später mehr.

Donnerstag, 29. September 2011

Luftverschmutzung und Klassengesellschaft: Die Innen- und die Aussenwelt


Wer immer sagt, die Luft in Peking sei schlecht, der war eindeutig noch nie in Manila. Was hier in den Himmel geblasen wird, das sucht wohl weltweit seinesgleichen. Besonders schlimm sind Busse, Jeepney und Motorräder. Busse, weil sie wohl aus den 60-Jahren stammen, wo offenbar noch keine Filter in die Auspuffe gemacht wurden, Motorräder, weil sie ebenfalls filterlos von Bastlern zusammengeflickt werden, und Jeepney, weil es Jeeps der US Armee sind, die in den 40er Jahren in die Philippinen kamen. Angeblich wurden die Motoren mal durch japanische Motoren ersetzt, was eine besondere Ironie trägt, weil die Amerikaner in erster Linie in die Philippinen kamen, um die Japaner zu vertreiben. Aber auch diese japanischen Motoren müssen sehr alt sein. Schwarzer Russ pufft hinten aus diesen Gefährten raus, wann immer der Fahrer aufs Gas drückt.

Die Verschmutzung ist im Vergleich zu Peking nicht nur mit Messgeräten erkennbar. Man muss nicht von Satelliten aus schauen, um die reduzierte Transparenz der Luft zu erkennen. Ich wohne im 24 Stock auf Etage 27 (weil es die Etagen 12-14 nicht gibt) und jedesmal wenn ich das Fenster öffne fliegt mir der Gestank von schlecht verbranntem Penzin in die Nase. Auf den Gehsteigen ist der Abgasgestank atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes. Doch am allerschlimmsten sind die Flüsse. Schwarze Brühe fliesst langsam vor sich hin, und irgend ein Gährungsprozess oder etwas führt dazu, dass sich auf der Oberfläche stets ringe bilden, als ob es regnete.  Der Gestank dieser Gewässer ist irgendwo zwischen Kloake und Schlachtabfällen anzusiedeln und übertrifft sogar noch die Abgase.

Zum allgemeinen Gestank und Dreck kommt natürlich noch die Hitze. Ausser während und kurz nach einem Taifun ist es tagsüber kaum je unter 30 Grad heiss. Während das auf dem Land recht angenehm ist, weil öfters mal ein Wind von der See her Erfrischung bringt, man sich im Schatten der Palmen ausruhen kann und die Luft auch wesentlich besser ist, bedeutet es in der Stadt, dass der Schweiss in Strömen fliesst und das Schweisstuch nach nicht allzu langer Zeit eine dunkelgraue Farbe annimmt. Kein Wunder also, dass auch die meisten Philippinos lieber gar nicht nach draussen gehen. Und dies führt zu einer Klassengesellschaft in einem Ausmass wie ich es bisher nicht kannte: Die Innen- und die Aussengesellschaft.

Die Innengesellschaft bewegt sich aus dem Gekühlten Apartment ins Auto, fährt dann in den Mall (gigantische gekühlte Hallen mit Läden, Restaurants, Kinos und sogar Kirchen drin) oder ins Büro, und Abends wieder zurück. Wie ausgeprägt dieser Lebensstil ist, wurde mir bewusst als wir für eine Studienreise in Kuala Lumpur, Malaysia, am Flughafen ankamen. Wir gingen alle nach draussen um auf den Bus zu warten. Die philippinischen Studenten in unserer Gruppe begannen sofort zu klagen, wie heiss es hier sei. Als ich meinte, es sei eher kühler als in den Philippinen antworteten sie: „Ach wirklich? Ich weiss nicht, ich gehe nicht oft nach draussen, ich mag die Hitze nicht.“

Die Aussengesellschaft kann sich solchen Luxus nicht leisten. Zu hause vermögen sie oft keine Klimaanlage und in die Malls dürfen sie nicht rein. Denn jeder Mall hat eine Eingangskontrolle, wo mit teuren Metalldetektoren gewedelt wird, man stets den Rucksack öffnen muss und dennoch das Gefühl nicht los wird, man hätte mühelos alle möglichen Bomben hineinschmuggeln können. Denn die Metalldetektoren piepsen brav, wenn sie durch Knopfdruck aktiviert werden. Das müssen sie auch, wenn der Wärter damit über meinen Laptop im Rucksack fährt. Wenn er danach aber nicht sehen will, was in diesem geschlossenen Seitenabteil meines Rucksacks drin ist, das den Detektor zum piepsen bringt, dann ist der ganze Nutzen des Detektors doch eher gering. Da Wärter grundsätzlich immer nur in ein Abteil des Rucksacks schauen, vielleicht auch weil sich meist riesige Schlangen vor den Kontrollpunkten bilden, ist der Nutzen dieser Wärter generell fragwürdig. Eine Wirkung haben sie aber: Ich habe noch nie einen der lumpig gekleideten Armen gesehen, auch nur zu versuchen an ihnen vorbei zu kommen. In den Malls gibt es die ganzen Bettler, Strassenhändler, Abfallsammler und Motorrad-Taxifahrer nicht. Sie gehören in die heisse, stickige, dreckige Aussenwelt. Die Innenwelt ist von ihnen unberührt.

Dann gibt es noch die Berufe, die draussen sein müssen, obwohl sie eigentlich eher gut bezahlt wirken. Besonders fallen mir da die Strassenpolizisten auf. Da der Verkehr ein totales Chaos ist, und Regeln absolut keine Wirkung haben, stehen die Strassenpolizisten auf Kreuzungen und regeln den Verkehr, anstatt auch nur zu versuchen, mittels Bussen langfristig einen Sinn für Verkehrsregeln unter den Verkehrsteilnehmern zu erzwingen. Da stehen sie dann, mit ihren langärmligen und langbeinigen Uniformen, in der prallen Sonne, der sengenden Hitze, im Russ und Staub. Die Strassenverkäufer, die sich zwischen den wartenden Autokolonnen vor Rotlichtern herumdrücken um Wasserflaschen oder Kleinkram zu verkaufen, haben wenigstens kurze Hosen, und können sich ein Tuch um den Mund binden. Die Polizisten sind der ganzen Harrschheit gnadenlos ausgesetzt. Die Lebenserwartung dieser Leute dürfte nicht allzu hoch sein.

Das spezielle an dieser Form der Klassengesellschaft ist, dass man sie an der Hautfarbe erkennt: Die Innenwelt ist weiss, die Aussenwelt braungebrannt. Die Innenwelt ist sauber, die Aussenwelt dreckig.

Mittwoch, 3. August 2011

Medienfreiheit das einzige Menschenrecht?

Der ehemalige russische Präsiden Wladimir Putin erhält den Quadriga-Preis für sein mutiges Engagement für eine stabile Deutsch-Russische Freundschaft, und die deutsche Intelligenzia läuft sturm, bis das Gremium beschliesst, dieses Jahr keinen Preis zu verleihen. Dieser Vorgang passt perfekt in unsere Zeit, wo Europa zunehmend selbstgerecht alles verurteilt, was nicht so ist wie Europa oder die USA. Dass Putin nach Jahren der Jelzinistischen Korruption und Stagnation es geschafft hat, Russland auf den zielstrebigen Weg nach vorne zu bringen, ist durchaus so manchen Preis wert. Dass er dafür eine gewisse Härte walten liess, ist unter gegebenen Russischen Umständen wohl unumgänglich. Und mein Mitleid mit den angeblich eingeschränkten Medienschaffenden in Russland hält sich in engen Grenzen, wenn ich an die britischen Medien denke.

Putin ist ein weiterer klarer Fall eines Regierungsystems (für welches er auch heute noch steht), welches vom regierten Volk zu grössten Teilen enorm geschätzt wird und zugleich im Westen in aller Schärfe kritisiert wird. Weshalb wird Putin so kritisiert? Angeblich geht es um Freiheit, Menschenrechte oder Demokratie. Wäre dem so, müsste Israel und Saudi Arabien täglich in grösster Empörung in unseren Medien kritisiert werden. Das einzige „Menschenrecht“, das bei uns wirklich als zentral behauptet wird, ist das Recht auf freie Presse. Der Grund dafür ist einfach: Es ist dasjenige Recht, von dem unsere Journalisten betroffen sind. Was kümmert einen Journalisten das Recht auf Nahrung? Hungernde Kinder geben Einschaltquoten, direkt betroffen ist bei uns niemand. Das Recht auf Arbeit? Journalisten haben ja ihre Anstellung. Religionsfreiheit? Äusserst selektiv: Wenn es zum Beispiel um das Recht einer Muslimin ein Kopftuch zu tragen geht, dann sind unsere selbsterklärten Verfechter der Menschenrechte auffällig still. Das einzige was unsere Journalisten wirklich kategorisch verurteilen, ist wenn sie und ihre Berufsgenossen eingeschränkt werden.

Journalisten sind auch nur Menschen, ihre Denkweise nachvollziehbar. Das Problem ist nur, dass viele Europäer glauben, unsere Medien berichteten „die Wahrheit“, da sie ja „frei“ und „neutral“ seien. Somit werden Racheberichte einzelner Journalisten plötzlich zu einer objektiv angenommenen Realität, persönliche Abneigungen führen zu politischen Spannungen weil unsere Politiker gezwungen sind, nach den Emotionalitäten der Medien zu agieren. Kein Politiker kann sich Freundschaft leisten zu jemandem, der von unseren Medien als böse eingestuft ist. In unserem Glauben an freie Medien haben gerade wir Europäer die Fähigkeit unsere Medien zu hinterfragen verloren.

Samstag, 9. Juli 2011

Eine Neubeurteilung der chinesischen Regierung

Aufgrund der hartnäckigen Ablehnung vieler Europäer gegenüber der chinesischen Regierung, möchte ich hiermit einen Denkanstoss geben. An erster Stelle steht die Einsicht, dass die chinesische Regierung nicht böse oder gar menschenfeindlich ist.

Eine Argumentation in vier Schritten


1.       Die Unterschiede der Überwachung sind graduell, nicht fundamental – Die  Motivationen für Einschränkungen sind gleich wie im Westen

2.       Das Bild der Totalüberwachung ist stark überzeichnet

3.       Die Gewichtung der Menschenrechte und der historische Kontext

4.       Die Zukunft ist in beiden Systemen unklar

1. Motivationen für die Überwachung von Medien


In China wird zensiert, vor allem im Internet und bei Drucksachen. Was vor allem zensiert wird, sind Pornographie und politische Meinungen die sich gegen die Regierung oder das politische System insgesamt richten.

Im Vergleich: bei uns wird Pädophilie und Sodomie im Internet bekämpft, genauso wie Versuche von terroristischen Organisationen wie Al Qaida, das Web 2.0 für ihre Zwecke zu „missbrauchen“ oder zu nutzen, je nach Perspektive. Ich möchte diese Zensur auch in keiner Weise kritisieren. Ich möchte sie nur bitte beim Namen nennen. Hinzu kommt bei uns noch die Bekämpfung von Piraterie, die in China weit weniger fortgeschritten ist.

Schauen wir auf die Motivation für diese Zensuren, die im Westen umschrieben werden können mit: Verstoss gegen die guten Sitten und menschliche Integrität, Schutz der Bevölkerung und der Regierungen vor Terror und Gewalt, sowie wirtschaftliche Interessen im Falle des Piraterie-Verbotes. In China sieht es genauso aus. Nur wird die Grenze anders gezogen: Während bei uns Sex mit Kindern und Tieren als pervers und empörend gilt, ist es in China jegliche Entblössung von Geschlechtsteilen, es sei denn im Rahmen von raren Kunst-Projekten welche toleriert werden. Während wir uns vor der Bedrohung durch Terroristen fürchten, fürchtet China jegliche Bedrohung der Stabilität, und sieht diese Bedrohung wesentlich früher als wir. Bei der Piraterie wiederum, sind wir wesentlich strenger in der Bekämpfung als die chinesische Regierung. Im dritten Teil werde ich fortfahren diese Beurteilungsunterschiede etwas zu erläutern.

2. Totalüberwachung?


Während es korrekt ist, dass systemkritische Äusserungen  im Internet und gedruckten Medien stark bekämpft wird, ist es ein Trugschluss zu glauben, diese Überwachung setze sich im privaten Leben der Bevölkerung fort. Die Toleranz gegenüber Nutzung des öffentlichen Raums durch Individuen zum Beispiel, ist in China wesentlich höher als in irgend einem mir bekannten westlichen Land. Was zu Freunden gesagt wird, ist solange OK, wie es in kleinen Kreisen geschieht. Das geht so weit, dass eine Uni Professorin durchaus ein höchst kritisches Bild der Gleichstellung von Mann und Frau in China zeichnen kann, vor einer Gruppe von 20 schweizerischen und 20 chinesischen Studierenden. Es geht auch so weit, dass es ein offenes Geheimniss ist, dass Uni Studenten in den modernen Städten genau wissen, wie die chinesischen Firewalls zu umgehen sind. Ein chinesisches Parteimitglied hat es mir so erklärt, dass er glaube, jene die Reif genug sind, um mit westlicher Propaganda kritisch umgehen zu können, die finden auch den Weg dazu. Jene die den Weg nicht finden, die hören auch besser nichts davon.

Ein letztes sehr eindrückliches Beispiel von chinesischer Redefreiheit erlebte ich an einer der zwei Top-Unis Chinas, wo Studenten ein Diskussionsforum organisierten. Anwesend waren nahezu 500 Studenten von mindestens 5 verschiedenen pekinger Universitäten. Parallel zu den Vorträgen der 6 Redner war auf zwei Leinwänden life-chat projiziert. So konnte jeder im Raum seine Kommentare abgeben, zu dem was geredet wird, aber auch zu allem anderen. Viele Kommentare drehten sich um das schlechte Englisch einer Rednerin und waren so respektlos, dass die Kommentierenden später von anderen Studenten im Chat zurechtgewiesen wurden, sie sollen den Lehrkörper bitte mehr respektieren. Diese Art von unzensierter und unkontrollierter Diskussion an einer Podiumsveranstaltung kann ich mir an meiner Uni nicht vorstellen. An einer Podiumsdiskussion in St. Gallen durften z.B. sechs studentische Teams nach einem dreitägigen Workshop genau einen Satz ins Plenum sagen, der zuvor von den Organisatoren abgesegnet worden war.

3. Der chinesische Kontext


Ein weiterer wichtiger Punkt der im Westen – etwas selbstgerecht – weitgehend ignoriert wird, ist die Tatsache, dass China durchaus einen starken Schutz von Menschenrechten gewährt. Nur ist die Bedeutung verschiedener Rechte anders gewichtet als bei uns: Das Recht auf ein Leben in Frieden und Sicherheit, sowie das Recht auf genügend Nahrung, Arbeit und ein gesichertes Grundeinkommen stehen in China deutlich höher, als das Recht der Meinungsverbreitungsfreiheit, welches wir als Teil der Meinungsfreiheit betrachten.

3.1. Die chinesischen Menschenrechte


Gemessen an den eigenen Masstäben hat die Chinesische Regierung enorm viel erreicht. Das erste Versprechen der kommunistischen Partei war eine Schale Reis pro Person pro Tag. Gemäss Harro von Senger hat sie dieses Ziel binnen zweier Jahre erreicht, auch wenn es später nochmals zu massiven Hungersnöten kam. Betrachten wir die chinesische Regierung von 1978, also nach der Kulturrevolution (welche übrigens – nebst allem Schaden für China – für die Gleichberechtigung der Frauen sehr erfolgreich war) und Maos Tod, so können wir einen totalen Erfolg feststellen. Gälte das Argument, dass die Regierung das gleiche System vertritt welche für Hungersnöte und die Kulturrevolution verantwortlich ist, dann hätte auch die japanische Regierung, welche sich bis heute nicht von den Gräueltaten der japanischen Faschisten entschuldigt hat, ein grosses Problem. Ebenso wie die amerikanische, britische oder französische, welche sich nie für Verbrechen in Vietnam, Korea oder afrikanischen Kolonien entschuldigt haben.

Keine Regierung hat je in der Menschheitsgeschichte so viele Menschen aus absoluter Armut gehoben, noch so viele Menschen auf ein derart hohes Lebensniveau gebracht, wie es der chinesischen in den letzten 30 Jahren gelungen ist. Ich bin überzeugt davon, dass wer hungert nicht über Redefreiheit nachdenkt. Der aktuelle 100 Jahresplan der chinesischen Führung ist ein Leben in moderatem Wohlstand für alle Chinesen bis 2050. Dies zeigt einerseits den Planungshorizont den das politische System Chinas ermöglicht und erklärt zudem, weshalb China seine Währung so penetrant nicht aufwerten will.

3.2. Ein geschichtlicher Überblick


Weshalb sind denn nun Stabilität und Nahrungssicherheit derart wichtig in China? In Schnelldurchlauf der letzten 180 Jahre chinesischer Geschichte erlaubt viele Einsichten: Vor der Invasion der Europäer in China (weil China den Import von englischem Opium verbot) hatte China einen Anteil von über 30% an der gesamten Weltproduktion (BIP China im Vergleich zu BIP Welt), derart weit entwickelt war diese Kultur. Militärisch hatte sich China jedoch innert 400 Jahren kaum mehr weiter entwickelt, da es nicht an der Kolonialisierung nach europäischem Vorbild teilhatte, sondern sich abschottete. China wurde im Jahre 1839 von den Westmächten angegriffen und unterworfen. Diese richteten immensen kulturellen Schaden an und haben sich bis heute nicht bei China entschuldigt für diesen Krieg. 1912 kam es nach mehreren gescheiterten Revolten zu einem Bürgerkrieg. Kurz danach marschierten die Japaner ein. Die Gräueltaten der Japaner standen in Sachen Grausamkeit den Verbrechen der Nazis um nichts nach. Gegen 1930 kam es dann zu einem weiteren Bürgerkrieg im Verlaufe dessen sich Maos Kommunisten sowohl der Nationalisten als auch der Japanischen Besetzer entledigen konnte. Kurz darauf kam es zum „Grossen Sprung nach vorne“ mit katastrophalen Hungersnöten, und 1965 begann die „Kulturrevolution“ welche das Land 13 Jahre lang terrorisieren sollte.

Fasst man diesen Teil der chinesischen Geschichte zusammen so stellt man fest, dass das Volk über fast 140 Jahre hinweg unter Bürgerkriegen, Unterwerfungen und Revolutionen gelitten hat. Das sind fast 5 Generationen die kein friedliches Leben führen konnten. Danach beschloss die neue Führung Chinas unter Deng Xiaoping, dass das wirtschaftliche Wohlergehen des Volkes höher zu gewichten sei, als der Klassenkampf. Damit setzte China zu einer beispiellosen Entwicklung an, welche von vielen Schwellen und 3. Weltländern enorm bewundert wird. Meine Erfahrung ist, dass auch die Chinesen selber enorm dankbar sind für diese Führung, welche ihnen eine Perspektive und Hoffnung gibt.

3.3. Ein Blick auf Tiananmen 1989


Die Vorkommnisse auf Tiananmen 1989, wo gemäss New York Times etwa 50 Polizisten und zwischen 400 und 800 Zivilisten starben, muss vor der Erfahrungen der Kulturrevolution gesehen werden: Die Protestierenden waren eine Mischung aus gebildeten Studenten, welche mehr Demokratie und freie Wirtschaft forderten, und Bauern und Arbeitern, welche eine Rückkehr zum Klassenkampf forderten, weil sie am zunehmenden Reichtum nicht teilhaben konnten. So tragisch der Mangel an nicht-tödlichen Waffen bei der chinesischen Polizei ist, welcher eine weniger brutale Beendigung der Proteste ermöglicht hätte, so war doch die Möglichkeit eines landesweiten Bürgerkrieges nicht auszuschliessen.

Die langfristige Reaktion der Leute, welche nach 1989 an die Macht innerhalb der chinesischen Regierung kamen, ist ein starker Fokus auf zunehmenden Wohlstand aller Chinesen, sowie eine innen- wie aussenpolitisch friedliche Entwicklung. Das Argument, China müsse wachsen damit sich die Regierung an der Macht hält, ist dabei fadenscheinig: Versuchen denn nicht alle Regierungen dieser Welt Wachstum herbeizuführen? Der Unterschied ist, dass es der Chinesischen Führung gelingt.

4. Offene Zukunft


Wenn man auf die Abhängigkeit von Wachstum für den Erhalt eines Systems schaut, so kommt man unweigerlich auf die Westliche Welt zu sprechen. Die Demokratie befindet sich in vielen Ländern in der Krise. Radikale Kräfte gewinnen an Einfluss, die Wirtschaft kommt nicht vom Fleck, und wenn ein Volk eine Regierung wählt, die dem Westen nicht passt (Beispiel Hamas im Gaza-Streifen, Hisbollah in Jordanien), dann steht auch der Westen nicht mehr so felsenfest hinter dem jeweiligen Volkswillen. Der Skandal der Englischen Polizei, welche jahrelang von Medien bestochen Abhörungen von Privatpersonen toleriert ist ein weiterer Punkt der am Ideal der westlichen Welt kratzt.

An dieser Stelle möchte ich noch warnen davor, die Ideale des Westens mit der Realität Chinas zu vergleichen. China hat das Fernziel Demokratie seit der Revolution vor Augen, die Verfassung und Parteirichtlinien Chinas versprechen eine perfekte Welt. Genau wie es die Europäischen Verfassungen auch tun. Genau wie in China ist auch bei uns nicht alles so, wie es geschrieben steht. Und schaut man auf die USA, mit welchen Europa immernoch eng verbündet ist, so ist die Liste der Kriege seit dem zweiten Weltkrieg enorm lang. Der Völkermord an den Nordamerikanischen Ureinwohner ist dabei gar nicht eingerechnet. Einem Toten spielt es keine Rolle, ob er von einem anderen Land oder von der eigenen Regierung getötet wurde. Chinesische Todesstrafen von Unschuldigen können daher nicht als schlimmer bezeichnet werden, als der Tod von unschuldigen in internationalen Kriegen.

Dies sind alles Punkte, die man sich meiner Meinung nach bewusst sein sollte, wenn man die Menschenrechte in China kritisiert. Kommentare willkommen.

Samstag, 11. Juni 2011

Gesetze, Freiheit und Egoismus

"Todesrate bei Offroadern massiv gefallen." Diese Schlagzeile in der "USA Today" Tageszeitung sagt mehr über die Kulturunterschiede zwischen Europa und den USA aus, als man zuerst vielleicht denkt. Im Artikel wird ausführlich beschrieben, wie deutlich die Anzahl tödlicher Umfälle von Offroadern abgenommen hat, weil diese mit neuer Computerunterstützung weniger überrollen. Experten werden zitiert mit Aussagen darüber, wie problematisch es sei, wenn Umweltgesetze höhere Benzineffizienz verlangten, da dies die Offroader verteuern würde. Statistiken werden aufgeführt um zu zeigen, wie deutlich sicherer Offroader gegenüber Kleinwagen seien. Dies zeige, warum die Amerikaner so gerne grosse Autos hätten...
Kein Wort darüber, was mit jenen passiert, die von einem Offroader getroffen werden. Sicherheit beginnt und endet mit der eigenen Person. Während die Schweiz darüber diskutiert, ob Offroader verboten gehören, wegen der Gefahr die sie für Fussgänger, Fahrrad- und Kleinwagenfahrer darstellen, sieht man in den USA die Sicherheit wenn der andere stirb und man selber lebt. Das Recht auf totalen Egoismus, das ist ein Grundprinzip in den USA.
Gleichzeitig haben die Amerikaner ein enormes Gerechtigkeitsempfinden. "I have the right" ist der Satz, der aller rechtfertigt. Das beginnt damit, dass sich jemand zur Weissglut ärgert, weil sich jemand im Lift vorgedrängt hat - ungeachtet der Tatsache, dass im Lift genug Platz für alle war - und endet dort, wo ein staatliches Gericht befindet, dass eine Frau zurecht entlassen worden sei, weil sie positiv auf Marijuana getestet wurde - ungeachtet der Tatsache, dass sie das Marijuana auf legalem Weg für medizinische Zwecke zu sich nimmt. Die Richter befanden, die Verfassung des besagten Staates sehe keine Ausnahme vor, um legale Konsumenten zu schützen. Man macht also ein Gesetz, dass die legale Abgabe von Hanf erlaubt, aber solange nicht ein weiteres Gesetz besagt, dass die davon begünstigten Leute nicht diskriminiert werden dürfen, sind sie nicht geschützt. Man lebt hier nach dem Buchstaben, nicht nach der Vernunft. Extremes Beispiel hiervon wäre ein Jubiläum des ersten Militäreinsatzes zu Luft - eine Ballonfahrt zum Auskunden gegnerischer Stellungen, unterstützt durch Fernglas und Telegraph vor 150 Jahren im Amerikanischen Bürgerkrieg - welches in Washington D.C. stattfindet. Dafür wird die Szene nachgespielt, der Nachbau des Ballons bleibt aber am Boden, weil das Gesetz für D.C. freien Luftraum befiehlt...
Umgekehrt muss man aber auch sehen, dass wenn man das Gesetz auf seiner Seite hat, man wirklich viel erreichen kann. Beispiel dazu wäre ein Artikel im Gedenken an die "Freedom Rides" wo schwarze und weisse Studenten zusammen in den 60ern mit öffentlichem Verkehr in die Südstaaten reisten, um dafür zu protestieren, dass Schwarze die gleichen Abteile wie weisse benutzen dürfen. In einer Stadt wurde diese Fahrt gewaltsam gestoppt und die Polizei schaute nur zu. Erst danach trat ein nationales Gesetz in Kraft, welches Segregation verbot. Die gleiche Stadt versucht nun Touristen anzulocken mit einer Gedenkstädte für diese Übergriffe. Schwarze sind in der Verwaltung, Polizei und Stadtrat vertreten. Dies ist durchaus ein Beispiel, wie Amerikaner ehrlich umdenken können, wenn sich die Gesetze ändern.
Die Vorstellung der Amerikaner von Freiheit ist, Gesetze zu haben, die vieles erlauben. Es wirkt wie eine Fortführung der Cowboy-Mentalität nach der alles erlaubt ist, was richtig und gerecht ist. Man ersetze gerecht durch rechtmässig, und schon ist man im Korsett des absoluten Gesetzesstaates, welcher bester Nährboden für einen überbordenden Justizapparat ist. Gesetze sind nicht mehr da, um eine Grundstabilität zu bilden, innerhalb derer gesittete Menschen sich nach guten Sitten und Moral verhalten. Gesetze sind die Moral, und Sitten sind Privatsache. So einengend ich diese Denkweise empfinde, so muss ich doch zugeben, dass sie den Grundstein für den amerikanischen Multikulturalismus legt. San Francisco hat Strassen, auf denen man gerne mal 90 Minuten geradeaus spazieren kann. Dabei ändert sich das Stadtbild alle 15-20 Minuten komplett: Von Chinatown (wo selbst Strassenschilder nebst englisch auch auf chinesisch angeschrieben sind) ins Schwarzenviertel, ins Bettlerviertel, Kunstviertel, Schwulen-Lesben-Viertel und dann in die Hügel wo man etwas durchatmen kann, vor es in die Vororte geht. Es herrscht eine Art freiwillige Segregation die daraus resultiert, dass Leute gerne mit Ihresgleichen zusammen sind. Um Konflikte zu vermeiden gibt es ein sehr engmaschiges Netz von Gesetzen, die alles genau ausdefinieren. Die skurrilen Warnhinweise, dass z.B. heisser Kaffee zu Verbrühungen führen kann, sind ein Ausfluss davon, dass man vom anderen nie erwarten können muss, dass er etwas wisse. Da ich weiss, dass die Leute im nächsten Viertel völlig anders sind als ich, habe ich auch keine Ahnung, was für sie selbstverständlich ist. Man würde meinen, dieses Wissen bereite Amerikaner sehr gut auf Aufenthalte im Ausland, in anderen Kulturen vor. Das Problem ist aber, dass in den USA alles sehr explizit ist und eben im Zweifelsfalle das gilt, was irgendwo in einem Gesetz geschrieben steht. Das Implizite, die "guten Manieren", das "Selbstverständliche", darauf sind Amerikaner schlecht vorbereitet. Ich meinte aber, wenn man es ihnen erklären würde, wären Amerikaner viel schneller fähig, sich in anderen Kulturen "gut" zu verhalten. Ich meine dies als Hinweis an alle, die mit Amerikanern zusammenarbeiten, und sich über deren Selbstherrlichkeit und Grosskotzigkeit ärgern. Versucht mal, ihnen zu erklären, was bei uns "richtig" ist und schaut was passiert...

Freitag, 27. Mai 2011

Atomkraft und wirtschaftliche Verwirrungen

Wenn ich hier auch nicht wahnsinnig viel Ungesagtes zur Sprache bringen werde, ist es aus aktuellem Anlass wohl doch unausweichlich, hier einige Gedanken zum Thema anzubringen. Besonders wichtig dünken mich die Themenkreise um die Technik/Umwelt, die Wirtschaftsvertreter und die Journalisten.

Technisch, als nicht-Nuklearexperte, kann ich nicht sagen, wie sicher oder unsicher diese Kraftwerke in der Schweiz wirklich sind. Berichte über Risse im Kernmantel in einem Schweizer AKW ist natürlich beängstigend, ebenso die Erkenntnis, dass das japanische AKW schon vor der Tsunami-Welle zur Kernschmelze ansetzte, doch für mich ist das wahre Problem der Nuklearenergie das Uran: Einerseits die Lagerung, über die schon viel diskutiert wurde: vor 100'000 Jahren gab es noch keine menschliche Kultur von der wir die geringsten Überlieferungen oder Artefakte haben. Solange müssten die Brennstäbe gelagert werden. Bis eine rationale Warnung zu einer Religion wird, dauerte es bis her in der Regel 5 bis 10 Generationen. Man kann sich vorstelen, wie in 2000 Jahren eine Warnung interpretiert wird, welche sagt ein gewisser Ort dürfe nicht betreten werden, weil sonst ein unsichtbarer Tod droht. Hatten wir solche Warnungen nicht auch an vielen südamerikanischen Tempeln? Wurden diese von Europäern beachtet? Glaubt jemand ernsthaft, in 2000 Jahren sei die Menschheit noch so global vernetzt und technologiesiert wie heute?
Da wäre anderseits aber auch der Abbau von Uran. Die fortschreitende Zerstörung der letzten freien Aboriginals in Australien wäre dank freien Medien theoretisch bekannt. Wie eh und je wird einem aber die Möglichkeit sehr leicht gemacht, einfach wegzusehen und nichts davon zu hören, wie seinerzeit mit der Aphartheit in Südafrika, oder den Juden in Nazideutschland. Man könnte es wissen, aber so richtig bewusst ist es niemandem. Nun sind nicht nur Rassismus, Arroganz und Ethnozentrismus der Grund, warum diese letzten freien Aboriginals bedroht sind. Ein weiterer Grund ist die Zerstörung des Lebensraums dieser Menschen, unter anderem wegen dem Abbau von Uran, welcher ausgedehnte Gebiete unbewohnbar macht. Wenig überraschend: wie wir wissen, ist Uran hochgiftig. Wie wir uns auch denken können, bleiben beim Abbau immer Überreste, die nicht abtransportiert werden können, oder auch einfach verstrahlte Erde, die sich nicht lohnt abzutransportieren. Kurz, der Abbau von Uran geht nicht ohne massive Umweltzerstörung, und das sollte bei der "sauberen" Atomkraft genauso beachtet werden, wie die Lagerung vom Uran und der CO2-Ausstoss bei der Produktion von AKWs.

Wirtschaftlich ist die Diskussion zur Zeit fern von aller Rationalität: Wirtschaftsverbände, welche angeblich "die Wirtschaft" vertreten, argumentieren völlig im Dienste der grossen Elektrizitätsproduzenten. Kein Wunder: Grosse Unternehmen haben die überschüssigen Resourcen, um solche Verbände zu finanzieren und organisieren. Zudem ist auch verständlich, dass die meisten Experten des Strommarktes für diese Unternehmen arbeiten. Dies ist in keiner Weise verwerflich, schliesslich bieten grosse Stromkonzerne ganz einfach die meisten Jobs für Stromexperten. Wer denn sonst? Der Bund? Universitäten? Greenpeace? Diese stellen vielleicht ein bis zwei Experten an, aber bekanntlich gibt es deutlich mehr Leute mit solcher Ausbildung, und die Stromkonzerne brauchen solche Leute.
Entgegen den Aussagen der grossen Wirtschaftsverbände, sind aber die eigentlichen Gewinner und Verlierer nicht "die Wirtschaft" oder "die Unternehmen", sondern ganz bestimmte Unternehmen, und ganz bestimmte Formen des Wirtschaftens. Was ausgedient hat, ist die Idee von einigen wenigen Grosskraftwerken. Stattdessen braucht es eine Vielzahl, ein Netzwerk von kleinen und Kleinstkraftwerken, von der Solarzelle auf dem Dach, der Biogas-Anlage, der Holzheizung bis hin zum Windrad und dem Geothermiekraftwerk. Solche viele kleinen Produktionsstätten lassen sich extrem schlecht von einem grossen Konzern organisieren. Die Komplexität ist sehr hoch und mit traditionellen Strukturen kaum zu managen.
Stattdessen ist es eine grosse Chance für KMU und Enterpreneure. Wer installiert denn solche alternativen Energiequellen? Es sind lokale Kleinbetriebe. Wer betreibt die Solarzelle? Jeder einzelne Haushalt. Während ein AKW von einem französischen oder koreanischen Grosskonzern hingestellt wird, und dann ein paar Ingenieuren Arbeit bietet, liefert die nötige Installation von zahllosen kleinen alternativen Energiquellen Arbeit für zehntausende von Elektrikern, Sanitären, Monteuren etc. Gerade die einfachen Menschen, mit mittelmässiger Bildung haben daher grösstes Interesse an dieser Energiewende. Sie mögen ein paar Franken mehr für Strom bezahlen müssen, dafür ist ihre Arbeit viel gefragter. Ein guter Tausch.
Zuletzt noch eine kurze Überlegung aus Realwirtschaftlicher Sicht. Die Realwirtschaft versucht, das Geld in den Überlegungen zu abstrahieren: Da Geld ja nur ein Tauschmittel ist, und nur die Funktion des koordinierens und speicherns haben sollte, müssen die eigentlichen Wirtschaftsabläufe andere Treiber haben. Grundtreiber sind die Bedürfnisse und Notwendigkeiten, sowie das Angebot an Arbeitskraft und natürlichen Resourcen. Nun haben wir die Notwendigkeit alternativer Energie, sowie den Wunsch nach der Umstellung. Gleichzeitig haben wir genügend Rohstoffe für Alternativenergie-Kraftwerke UND mehr als genug Arbeitskraft, da ja bekanntlich die Arbeitslosigkeit in Europa vielerorts weit übe 10% liegt. Das Argument "zu teuer" hat also nichts mit Mangel zu tun, sondern mit schlechter Koordination. Wir haben das Material, wir hätten die Arbeiter und wir haben den Wunsch. Was hindert uns an der Umsetzung?

Dann noch ein Wort zu den Journalisten: Nur ganz wenige Medien haben bis vor kurzem je berichtet, dass es auch grosse wirtschaftliche Profiteure gäbe, wenn man die AKWs abstellt. Nur ganz wenige Medien erklären, weshalb economiesuisse gegen die Abschaltung der AKWs ist (Macht der Stromkonzerne innerhalb dieser Organisation). Während manche Journalisten in geradezu hämischer Weise über die Lebenssituation eines Strauss-Kahns berichten, genüsslich über die "bösen Banken" herziehen, werden die wahren Interessen von Strohmkonzernen noch fast nicht hinterfragt. Dass es bei der Energiewende auch um eine Umverteilung von wirtschaftlicher Macht geht, müsste jedem seriösen Journalisten klar sein. Es wäre wichtig, diesen Aspekt mehr zu thematisieren, damit die Bürger der Schweiz die Statements von verschiedenen Seiten auch richtig einordnen können.

Dienstag, 24. Mai 2011

Menschenrechte und Missionare

Menschenrechte, was für ein hehres Wort. Was für ein schönes Ideal. Jeder Mensch hat von Geburt her gewisse Rechte, die ihm oder ihr nicht genommen werden dürfen. Und was für eine ethnozentrische Arroganz in der tatsächlichen Umsetzung. Natürlich gibt es ein paar ganz wenige Rechte, wo sich wohl alle Kulturen einig sind: Das Recht auf Leben, zumindest solange man kein grobes Unrecht tut.
Osama bin Laden hat dieses Recht in den Augen vieler im Westen verloren, in anderen Ländern verliert man dieses Recht, wenn man z.B. einen König beleidigt. Hier sollte bereits klar werden, dass die sogenannten "Schurkenstaaten" oder "Staaten, die die Menschenrechte mit Füssen treten" nicht grundlegend etwas anders machen als wir, sie setzen die Grenzen und Prioritäten einfach anders.

Da wäre einmal die Meinungsfreiheit. Dass man im privaten Kreise nicht sagen kann, was man denkt, das ist gefährlich und traurig. In der DDR soll es so gewesen sein, möglicherweise geht es in Nordkorea in die Richtung, in der chinesischen Kulturrevolution war es sicher so, und in den USA der frühen 50er (McCarthyism, Kommunistenjagt). Im heutigen China und wohl auch im Iran ist es problemlos möglich im geschlossenen Kreise einer Universität, oder im persönlichen Gespräch in der U-Bahn kritisch über die Regierung zu reden. Was aber gegen solche Gespräche spricht, sind die Gefühle der Lokalbevölkerung. Wer in China für ein unabhängiges Tibet spricht, muss mit aggressiven Reaktionen rechnen. Genauso ergeht es mir, wenn ich in der Schweiz für ein geeintes China spreche. Ich habe schon sehr wütende Reaktionen erlebt, weil ich mich weigere, China zu verurteilen. Solche kulturelle Unterdrückung der Meinungsfreiheit wird bei uns aber höchstens als Menschenrechtsverletzung angesehen, wenn sie in anderen Kulturkreisen passiert.

Dann schauen wir auf die Medienfreiheit: wie wird bei uns verurteilt, wenn man in gewissen Ländern nicht alles in Zeitungen drucken darf. Und wie wird man bei uns fertig gemacht, wenn man sich öffentlich als Feind des Judentums ausgibt, als Nazi bekennt, oder sich positiv über Adolf Hitler äussert. Persönlich finde ich alle drei eben genannten Meinungen dumm und falsch, aber ich finde es macht deutlich, dass man auch bei uns nicht alles ungestraft sagen kann. Ob es nun Mohammed-Bilder, die Regierung, die politische Lage, oder eben bestimmte politische Ansichten sind, jede Gesellschaft hat Themen, die sie verbietet. Die eine mehr, die andere weniger. Der grosse Unterschied kommt wohl daher, ab wo sich eine herrschende Gruppe bedroht fühlt. Bei uns fühlt sich die herrschende Elite ziemlich sicher, daher kann sie recht viel erlauben. Sobald aber nicht gegen einzelne Politiker oder Parteien gehetzt wird, sondern die Demokratie als ganzes abgelehnt wird, da hört der Spass bei uns wieder auf.

Oder wie wäre es mit Frauenrechten? Mit welchem Recht verbieten es europäische Staaten, sein Gesicht zu verschleiern? Ich bin sicher, es ist ein schreckliches Gefühl, wenn einem Männer anstarren, wenn man dies sein Leben lang für etwas Schlechtes gehalten hat. Natürlich wollen wir den Schleierzwang verbieten, den man in Europa auch so lange kannte, aber dafür gleich die Freiheit eines Schleiers nehmen?

Kurz, was mir immer auffällt ist, dass wir sehr eifrig für Menschenrechte stehen, wenn es andere Kulturen sind, die Dinge anders tun als wir. Wir vergessen dabei stets, dass unsere Menschenrechte von Europäern definiert sind, und folglich dem europäischen Menschenbild entsprechen. Dieses für alle Menschen der Welt anzuwenden ist ethnozentrisch, oder etwas altertümlicher gesagt: imperialistisch. Wir sind heute genauso überzeugt, das wahre Menschenbild zu haben, wie es vor 500 Jahren europäische Missionare waren, die in Amerika scheussliche Greueltaten begingen im Namen der christlichen Kirche. Die Bibliothek von Tenochtitlan wurde verbrannt um die teuflischen Lügen zu vernichten, die dort aufgeschrieben waren. Die Sklavenhalter aus Europa wurden unterstützt, weil sie im Namen Jesu stattfand.

Heute wenden wir unseren Blick verschämt ab von unserer Vergangenheit, und sagen, dass seien ja nicht wir. Das widerspricht aber dem Volksbild vieler Kulturen (die Inder sprechen zum Beispiel von Karma, welches einem Volk über die Generationen hinweg anhaftet). In der chinesischen Erklärung der Menschenrechte steht zuoberst das Recht auf ein selbsterhaltendes Einkommen, auf Arbeit und ein Leben in minimalem Wohlstand. Und siehe da, China brilliert in der Verbesserung der Menschenrechte, während sich Europa rückwärts entwickelt, wenn man einmal den chinesischen Standart anwendet. Den 200 Millionen neureichen Chinesen steht bei den Europäern eine wachsende Zahl neuer Armer vor allem in Osteuropa gegenüber. Während in China jeder Bauer reisen darf (auch wenn er ohne Bewilligung auch keinen Anspruch auf sozialen Schutz hat), ist es manchen Europäern verboten. Sie werden zurückgeschafft in Länder wo sie herkamen, im Falle der Sinthi und Roma unter Verletzung ihrer jahrhundertealten nomadischen Lebensweise, wo sie sich seit jeher frei quer durch Europa bewegten. Diese Lebensweise passt nicht mehr ins moderne, totalüberwachte Europa und wird deshalb nur noch mit Bewilligung toleriert. Gleichzeitig kämpfen wir gegen das Verbot des Gottkönigtums im tibetischen China.

Bevor ich jetzt zu sehr ins Detail gehe und Dinge anspreche, die ohne genaue Kenntnisse der Lage kaum verständlich sind, schliesse ich diesen Post. Es ging mir darum zu zeigen, dass wir Europäer, wie alle anderen Kulturen auch, dann brillieren, wenn wir alle Kulturen nach unseren Massstäben messen. Messen wir uns nach den Massstäben anderer Kulturen, dann sind wir Mittelmass bis schlecht. Manche sind so ehrlich und sagen einfach, sie finden unsere Kultur besser und wollen das Ausleben anderer Kulturen bei uns verbieten. Ich stimme ihnen nicht zu, aber finde sie zumindest ehrlich. Manche erheben sich zum "objektiven Weltrichter" und deklarieren als "Kämpfer für die Menschenrechte" was gut und was böse ist. Sie halte ich für ganz niederträchtig und widerspreche ihnen wo ich kann, obwohl sie meist aus dem linken Lager kommen, dass mir sonst oft nähersteht.

Als letztes sei aus aktuellem Anlass noch gesagt: Wenn wir beginnen, unsere Menschenrechte in Wirtschaftsverträge zu schreiben, dann schaden wir uns selber zwar, nützen aber niemandem. Lernen wir lieber von anderen Kulturen, als stets auf das zu schauen, was uns an ihnen nicht passt.

Freitag, 20. Mai 2011

Zweck dieses Blogs

In einer Zeit wo in Europa eine zunehmende Gleichschaltung des Denkens zu beobachten ist, wo Medien sich selbst zensieren und Journalisten ihre Meinungen verstecken aus Angst vor öffentlicher Kritik, oder vor Kritik von Vorgesetzten oder Sponsoren, versucht dieser Blog, eine sehr andere Sicht auf die Welt zu formulieren. Diese meine Sicht hat sich über die Jahre entwickelt, als eine Synthese aus den verschiedenen Phasen meiner Biographie. In diesem Sinne seien einige Punkte daraus erwähnt, ohne dies zu einem Selbstdarstellungs-Blog zu machen: Aus der schweizer Bildungsschicht stammend, war ich ende Gymnasium sehr aktiv in der kommunistisch, anarchistisch, links-alternativen Aktivisten-Szene der Jahrtausendwende. Dies war für mich die natürliche Konsequenz aus meinen Idealen des ehrlichen, selbstverantwortlichen Bürgers, der sich für Schwache und die Natur einsetzt und daher automatisch ein Gegner des Kapitalismus sein müsse.
Es folgte ein Studium der Volkswirtschaft an der Uni St. Gallen, sowie insbesondere eine einjährige Reise nach Ostasien. Am deutlichsten spürte ich bei der Ankunft in Shanghai, wie unrealistisch unsere europäischen Träumereien von Weltrevolution waren. Wer einmal eine Stadt mit über 20 Millionen Einwohnern (mehr als die Schweiz und Österreich zusammen) gesehen hat, der sieht wie immens wichtig es ist, dass die gesellschaftliche Evolution sanft und bruchlos vor sich geht, denn in einer Revolution bricht stets zu einem Zeitpunkt die gesamte Logistik zusammen, welche untentbehrlich ist, um eine solche Megastadt zu ernähren. Während man in Europa leicht einmal sagen kann: "dann müssen die Leute halt in ihren Gärten Gemüse anbauen", ist eine solche Aussage für eine 20-Millionen-Stadt schlicht sinnlos.
Während meine Mitstudenten in der VWL also lernten, dass der freie Markt auch aus theoretischer Sicht nicht für alle Produkte sinnvoll ist, lernte ich zugleich, dass es durchaus Bereiche gibt, wo dieser Sinn macht. Was mir aber stets wichtig war und ist, ist das selbständige, unabhängige Denken. "Ein Nobelpreisträger hat dies bewiesen" ist für mich niemals eine gültige Legitimierung für eine Theorie, die ich nicht nachvollziehen kann.
Mit dieser Einstellung ausgestattet war es mir möglich, Japan, China und die Philippinen sehr anders zu sehen, als dies in Europa allgemein getan wird. Ich unterrichtete 7 Monate Englisch in der zweitärmsten Provinz Chinas (Jilin, im Nordosten Chinas, ärmer ist nur noch Yunnan im Süden), in einer Stadt mit rund 200'000 Einwohnern (Songyuan), einer mongolischen Stadtverwaltung, und genau einer Bar. Die Erfahrung von einer solchen "Kleinstadt" hat mich sehr geprägt und wird in viele spätere Kommentare einfliessen, ist aber zu umfangreich um in dieser Einführung erklärt zu werden.
Nach diesem Jahr in Asien arbeitete ich 3 Jahre lang in einem schweizer Kleinunternehmen, bis 2008 die Geschäfte schlecht liefen, ich betriebsintern keine Weiterbildung machen konnte, und nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit den Weg zurück an die Uni fand. In der Zeit war ich mal mehr mal weniger politisch aktiv im Umfeld der Grünen Partei Schweiz.
Zur Zeit studiere ich Strategy and International Management an der Uni St. Gallen, beginne in Kürze ein Praktikum bei einem renommierten, globalen Beratungsunternehmen und gehe danach in den Austausch nach Manila, Philippinen sowie Peking, China. Das hochspannende Studium im "Elite-Master-Programm" der Uni St. Gallen, sowie der Zugang zu zahlreichen Management-Consultants in allen grossen Unternehmensberatungsfirmen hat mir nochmals einen völlig neuen Einblick in die Welt der Macht gezeigt.
Ich schrieb immer wieder Leserbriefe, und werde auch weiterhin solche schreiben, vor allem im St. Galler Tagblatt (www.tagblatt.ch/archiv), manchmal auch im Tagesanzeiger sowie der NZZ. Die Schwierigkeit beim Tagesanzeiger ist wohl, das meine chinafreundliche Meinung dort nicht wilkommen ist, während die NZZ politisch zwar offener ist, aber halt allgemein sehr strenge Kriterien hat, bei der Auswahl von Einsendungen.
Dieser Blog soll es einer interessierten Öffentlichkeit ermöglichen, regelmässiger meine Kommentare zum allgemeinen Weltgeschehen zu verfolgen. Zudem hoffe ich auch auf kritische oder unterstützende Reaktionen sowie offene Diskussionen. Viele werden mir nicht immer zustimmen, ich hoffe auch immer wieder mal mit meinen Ansichten überraschen zu können. Widerspruch ist dabei sehr willkommen und ich will versuchen, auf Anfragen aller Art zu reagieren. Ich bitte einfach, solche Anfragen im Sinne von "kannst du mir das erklären" zu stellen, und nicht im Sinne von "du Vollidiot".